Atem – Stimme – Körper

Nur ein freier Atem ermöglicht freies Sprechen. Doch der Alltag und andere Konditionierungen hinterlassen ihre Spuren: Wie oft atmen wir zu hoch oder zu flach, haben verspannte Schultern, verspannte Lenden-, Nacken- oder Kiefermuskeln? Kurzatmigkeit, eine gepresste Stimme, Heiserkeit und in letzter Konsequenz beschädigte Stimmbänder können die Folge sein.

Mit einer Reihe gezielter Übungen lernen wir Verspannungen abzubauen und die innere Muskulatur zu stärken. Wir lernen, die Stimme gezielt einzusetzen. Das heisst: Dem Anlass und dem Zielpublikum gemäss und dem jeweiligen Raum angemessen.

Auftrittskompetenz heisst bei mir: Arbeit am eigenen Körper und die Bereitschaft, sich selbst in Ruhe zu begegnen (oder sich kennenzulernen, falls diese Begegnung noch nicht stattgefunden hat).
Diese Arbeit geht nicht ruck-zuck, sie braucht ein bisschen Geduld. Fehlatmung ist grundsätzlich schnell korrigiert, doch wie schnell fällt man wieder in alte Muster? Bereitschaft, selbst weiterzuarbeiten gehört also dazu.

Präsenz heisst bei mir: Im Raum stehen. Die eigene Struktur kennen. Bewegung ohne Anstrengung. Wach sein für sich und das Gegenüber. Kein Schnickschnack, kein Blingbling.

Die Intensität des Arbeitens bestimmen Sie. Sprechunterricht kann eine längerfristige Angelegenheit sein – beispielsweise dann, wenn man sich dem Theater oder anderen Auftrittsformen widmet, welche die Stimme gebrauchen. Es sind aber auch punktuelle Einzelsitzungen denkbar.

Die Methode, mit der ich arbeite, habe ich bei Prof. Mirka YemenDzakis erlernt. Ich begleitete sie mehrere Jahre als ihre Assistentin zu Seminaren in ganz Europa. YemenDzakis war eine Forschungsreisende in Sachen Atem, Stimme und Körper. Von Haus aus Sängerin, leitete sie mehrere grosse Chöre und unterrichtete an europäischen Hochschulen im Bereich Musik und Theater. Ihre bedeutendste Arbeit im Theaterbereich war die Gestaltung des Chores in Peter Steins “Orestie” an der Berliner Schaubühne. Bruno Ganz bezeichnet ihre Methode als seine Basis.